Wie bei den Frauen gibt Sönke Spille auch bei den Männern auf der Internetseite der DFBL seine Prognose für die beginnende Hallensaison in der 1. Bundesliga Nord ab:

TSV Hagen 1860
Die letzten beiden Spielzeiten möchte der TSV Hagen 1860 möglichst schnell vergessen: Bis zum letzten Spieltag mussten die Westfalen zittern, ehe die Klasse doch noch gesichert werden konnte. Nun wollen die Sechziger alles daran setzen, diesem Szenario aus dem Weg zu gehen. Die Zeichen dafür stehen gut: Gleich zwei nahmhafte Neuzugänge vom TV Voerde schließen sich dem TSV an. Angreifer Philip Hofmann und Zuspieler Kevin Schmalbach gehören beide zum 24-köpfigen Kader, mit dem Bundestrainer Olaf Neuenfeld in das WM-Jahr startet. Damit sorgen sie nicht nur für einen breiteren Kader – sondern auch für einen enormen Qualitätszuwachs. Der Kern der letztjährigen Mannschaft bleibt dazu bestehen – gleich neun Spieler werden im Bundesligakader stehen. Nationalspieler Ole Schachtsiek wird voraussichtlich in die Abwehr zurückkehren, die mit Olaf Machelett, Philipp Müller, Leo Eckerle, Florian Sträßer und Neuzugang Schmalbach gut aufgestellt ist. Die Angriffsreihe bilden Robin Kuhlmann, Florian Kutscher und Hofmann.
Veränderungen gibt es auch neben dem Spielfeld. Holger Bock wird sich das Traineramt mit Andreas Schmitz und Dirk Schachtsiek teilen, aus beruflichen und privaten Gründen würde es keiner der drei schaffen, alleine den nötigen Zeitaufwand zu betreiben. Sie glauben, dass es zunächst ein wenig Zeit bedarf, gleich zwei Spieler in den Kader zu integrieren. Deshalb gilt als Ziel für die neue Saison: Möglichst schnell, möglichst viele Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge bringen und dann zum Ende der Saison noch in der Lage sein, die oberen Tabellenplätze anzugreifen.
Prognose: Auch wenn Hofmann und Schmalbach mit Voerde in der Halle nur in Liga zwei gespielt haben, mit ihnen ist der TSV ein heißer Kandidat auf die DM – Platz 3.

SV Armstorf
In seine dritte Erstligasaison der Vereinsgeschichte startet der SV Armstorf. In der vergangenen Hallensaison sicherte sich die Truppe vom Trainerduo Fred Brunk und Frank Vagts mit einem starken Schlussspurt den dritten Tabellenplatz in der 2. Faustball Bundesliga Nord und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsrunde zum Faustball-Oberhaus. Und vor heimischer Kulisse machte der SVA mit zwei Erfolgen gegen Mitaufsteiger SV Moslesfehn und der Berliner Turnerschaft die Rückkehr ins Faustball-Oberhaus nach einjähriger Abstinenz perfekt. Ähnlich stark lief es auch in der abgelaufenen Feldsaison in der 2. Liga Nord. Hier holten die Cuxhavener 24:8 Punkte und verpassten mit Platz drei die Aufstiegsspiele nur knapp.
Für die neue Hallensaison gibt es nun einige personelle Veränderungen: Nachdem er bereits bei den letztjährigen Aufstiegsspielen eingreifen konnte, kehrt Jannik Peters nach seiner Schulterverletzung fest in den Kader zurück. Mit seiner Präsenz an der Leine verleiht er dem Angriff eine zusätzliche Qualität, muss aber erst einmal seine zweieinhalbjährige Zwangspause abschütteln. Schmerzlich wird sich dagegen zu Saisonbeginn das Fehlen von Tobias Buck, Kapitän und Fixpunkt der Abwehr, bemerkbar machen. Aufgrund einer erlittenen Sprunggelenksverletzung wird er dem Team für unbestimmte Zeit fehlen. Die Mannschaft ist sich ihrer Außenseiterrolle bewusst – das Saisonziel ist der Klassenerhalt. Gerade in den Heimspielen möchte man mit Hilfe der bekannt großen und lautstarken Unterstützung seiner Anhänger jedoch für einige Überraschungen sorgen.
Prognose: In der Saison 2015/16 gelang nach dem Aufstieg direkt der Klassenerhalt. Doch in diesem Jahr ist die Konkurrenz im Oberhaus zu stark – Armstorf muss mit Platz 8 zurück in Liga zwei.

Ahlhorner SV
Alles auf Anfang: Die vergangenen Feldsaison verlief für den Ahlhorner SV nicht wie gewünscht. Gerade einmal drei Spiele gewann die Mannschaft von Karsten Bilger – qualifizierte sich nur dank des Ausrichterfreiplatzes für die Deutschen Meisterschaften. Die Art, wie einige Spiele verloren wurden, war dabei erschreckend. Auf allen Positionen ließ man die nötige Motivation und Einstellung für einen positiven Saisonverlauf vermissen. Bei der Heim-DM kämpfte der ASV dann, auch ohne den verletzten Mats Albrecht in der Abwehr, ordentlich – doch die 1:3-Niederlage gegen den TSV Calw sorgte für das achte „Aus“ im Qualifikationsspiel einer Feld-DM. Deshalb drehen die Blau-Weißen den Uhrzeiger vor der anstehenden Spielzeit unter dem Hallendach auf „Null“. Auf dem Spielfeld wird sich zwar nicht viel ändern – die bekannten Spieler stehen wieder im Aufgebot – auf der Trainerposition wird aber rotiert. Karsten Bilger hat nach zwei Spielzeiten sein Amt als Coach niedergelegt, nach intensiven Gesprächen im Verein und innerhalb der Mannschaft wurde sich entschieden, für die anstehende Hallensaison die Leitung auf mehrere Schultern zu verteilen. Die erfahrenen Mats Albrecht Christoph Johannes, Sören Dahms und hauptführend Tim Albrecht werden das Training übernehmen. Das vornehmliche Ziel ist es, wieder die nötige Motivation und Geilheit auf den Faustballsport bei allen Spielern zu wecken. Damit soll schnellstmöglich der Klassenerhalt gesichert – und dann der Blick in Richtung DM-Plätze gerichtet werden.
Prognose: Mutige Entscheidung des ASV, ohne echten Trainer in die Saison zu starten. Doch mit der Qualität und Erfahrung schafft Ahlhorn mit Platz 2 die DM-Quali.</

SV Moslesfehn
Endlich den Klassenerhalt schaffen – nichts sehnlicher wünscht sich Moslesfehns Trainer Bodo Würdemann nach den vergangenen Jahren. Dreimal stieg der SVM in den vergangenen Jahren ins Faustball-Oberhaus auf, nur um nach einer Spielzeit wieder den Gang in die zweite Klasse anzutreten. Nach dem Aufstieg in Halle und Feld werden die Mossis das kommende Jahr wieder in Liga eins aktiv sein. Und das Würdemann-Team würde dieses Gastspiel sehr gerne verlängern. Personell hat sich nichts geändert. Zudem hat die eingespielte Einheit um Kapitän Pascal Töllner mit den Jahren jede Menge Erfahrungen gesammelt. Ihr Coach glaubte zum Start der Vorbereitung fest an den Ligaerhalt. Doch nach den ersten Einheiten und Turnieren sind die Erwartungen gesunken. Hauptangreifer Florian Würdemann kämpft mit hartnäckigen Kniebeschwerden, konnte kaum eine Trainingseinheit ohne Schmerzen bestreiten. Sein Fehlen – besonders seine Größe in den Blockduellen – würden die Moslesfehner in Liga eins wohl kaum verkraften können. Deshalb sieht sich Coach Bodo Würdemann, mit Ausnahme der Duelle mit Armstorf, in jeder Partie als Außenseiter. Das Ziel ist, möglichst guten Faustball zu zeigen – und dann Ende schauen, was möglich ist.
Prognose: Auch 2018/19 dauert das Gastspiel der Mossis nur eine Saison. Mit Platz 7 geht es für das Team von Bodo Würdemann zurück in Liga zwei.

TV Brettorf
Das Ziel der Brettorfer Faustballer war vor der Feldsaison klar ausgegeben: Klassenerhalt. Da Spielertrainer Tim Lemke das Team verließ und Timo sowie Tobias Kläner in der Feldsaison pausierten, war Malte Hollmann mit 21 Jahren der älteste Spieler im Kader. Dass die jungen Spieler Potenzial besitzen wusste man in Brettorf, hatten sie doch mit beeindruckender Dominanz die U18-Titel auf dem Feld und in der Halle gewonnen – doch dieses muss im Haifischbecken Bundesliga erst einmal abgerufen werden. Das gelang: Noch vor dem letzten Spieltag hatte der TVB den Klassenerhalt in der Tasche – und das nach einem Saisonfehlstart mit vier Niederlagen in Folge.
Zu Beginn der Hallensaison entschied sich die Mannschaft mit Blick auf die Zukunft, den Kader bei den drei jungen Angreifern zu belassen und somit nicht auf Tobias Kläner zurückzugreifen, der aus seiner Auszeit für die Halle zurückgekehrt wäre. Im Angriff sollen somit Malte Hollmann, Hauke Rykena und Vincent Neu für die nötige Durchschlagskraft sorgen. Dem Team wieder zur Verfügung steht Timo Kläner, der zusammen mit Hauke Spille und den beiden U18-Vizeweltmeistern Tom Hartung und Marcel Osterloh die Abwehr komplettiert. Wieder ist das Ziel Klassenerhalt ausgegeben – an das man auch unter dem Hallendach so schnell wie möglich einen Haken machen möchte.
Prognose: Die „jungen Wilden“ von Coach Klaus Tabke haben auf dem Feld gezeigt, dass sie die Klasse in der Bundesliga halten können. Das gelingt auch in dieser Hallensaison – mit Platz 6.

TK Hannover
Die Spielzeit unter freiem Himmel hatten sich die Landeshauptstädter ganz anders vorgestellt. Sportlich abgestiegen, sicherte sich der TKH für die kommende Feldsaison nur dank des Rückzugs vom TV Voerde den Platz in Liga eins. Nun geht der Blick auf die anstehende Saison. Unter dem Hallendach fühlte sich Hannover in der Vergangenheit ohnehin deutlich wohler. Unterstützung gibt es für das kommende Jahr aus Chile. Alvaro Möldinger, Nationalgreifer der Faustballnation aus Südamerika bereitet sich die kommenden Monate auf die WM in der Schweiz vor – und soll Christos Michalakis und Aaron Dumke im Angriff unterstützen. Ein genaues Ziel hat sich die Mannschaft von Trainer Ole Herrmanns nicht gesetzt. Es gilt, mit Spaß und Ehrgeiz jeder Begegnung gewinnen zu wollen. Alle sind fit, motiviert und haben schon erfolgreich Spielpraxis in den Vorbereitungsturnieren gesammelt. Und in diesem Jahr rechnet Hannover mit einer besonders ausgeglichenen Liga: Alles scheint möglich – Jeder kann Jeden schlagen.
Prognose: Mit Mödinger hat der TKH in der Offensive nun noch mehr Optionen. Das ermöglicht, nach zwei fünften Plätzen zuletzt, nun Rang 4 in der Bundesligatabelle.

VfL Kellinghusen
Es fehlte nicht viel und die Männer vom VfL Kellinghusen hätten bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Feld in Ahlhorn mitgemischt. Am Ende entschied das etwas schwächere Ballverhältnis im Vergleich mit dem TV Voerde. In die kommenden Hallensaison geht es trotz dieser guten Leistung nur mit gedämpften Erwartungen. Besonders im Angriff drückt beim Team von Matthias Maas und Bernd Schneider der Schuh. Aus den etatmäßigen drei Offensivspielern Kapitän Tom Kröger, Rouven Kadgien und Sascha Heidrich ist nur noch Letztgenannter geblieben. Kröger und U21-Nationalspieler Kadgien werden aufgrund von Verletzungen zumindest in 2018 kein Bundesligaspiel bestreiten. Die Hauptlast liegt nun bei Sascha Heidrich, der sich eher im Feld wohlfühlt. Ihm zur Seite wird Marten Kabbe mit in den Angriff wechseln. In der Defensive kann der VfL dagegen aus dem Vollen schöpfen. Hier verstärkt Torbjörn Schneider die Reihen, der nach einjähriger Pause aufgrund von Verletzungen und einem Auslandsaufenthalt wieder mit von der Partie ist. Die Vorbereitungsturniere dürften mit Blick auf die anstehende Saison dazu Mut machen. Bei den Turnieren in Gärtringen (2. Platz) und Brettorf (1. Platz) mischte der VfL ganz vorne mit, muss nun aber die Leistung auch in den Begegnungen über fünf Gewinnsätze konstant unter Beweis stellen. Das ausgegebene Ziel ist ein Mittelfeldplatz.
Prognose: Entscheidend wird sein, wie schnell Kröger und Kadgien wieder fit werden. Die eingespielte Abwehr ebnet mindestens Rang 5 zum Saisonabschluss.

VfK Berlin
Seit Jahren geht der VfK in nahezu identischer Besetzung in die neue Spielzeit. Doch nach den Silbermedaillen beim Champions Cup und der Deutschen Meisterschaft auf dem Feld wird es nun zur anstehenden Hallensaison personelle Änderungen geben. Nationalangreifer Lukas Schubert wird in dieser Saison größtenteils aussetzen. Lediglich für den Champions Cup und bei Personalengpässen steht er zur Verfügung. Dafür kann sich der VfK über Nationalspieler Ruben Schwarzelmüller freuen. Er absolviert sein Masterstudium in Berlin und wechselt von FBC Linz-Urfahr aus Österreich in die Hauptstadt. Ohne Angabenspezialist Schubert startet Berlin – auch als amtierender Deutscher Meister – „nur“ mit dem Ziel, der unteren Tabellenhälfte fern zu bleiben.
Prognose: Auch wenn Schubert diese Saison aussetzt. Schwarzelmüller sorgt für noch mehr Sicherheit in der Defensive. Der VfK sichert sich die Nordmeisterschaft.

Teamcheck: Die Nord-Männer vor der Hallensaison